Strom für Riesenbeck
Teil 1
Dazu war in der örtlichen Presse folgendes zu lesen:
Als Maria Veltmann noch Lampen anzündete
Küernaomeddag: Die Anfänge des elektrischen
Stroms in Riesenbeck
-uh- Riesenbeck. Seit wann gibt es Strom in Riesenbeck? Diese Frage
stieß auf großes Interesse beim Küernaomeddag des Heimatvereins
auf Lammers Hof in Riesenbeck. Dr. Klaus-Werner Kahl begrüßte
zahlreiche Heimatfreunde. Der exakte Zeitpunkt des Stromanschlusses bei
Privathäusern, Firmen und öffentlichen Gebäuden konnte während
der Veranstaltung nicht oder nur teilweise herausgefunden werden. Aber
es konnten einige wichtige Daten anhand alter Dokumente und Bilder geklärt
werden.
So gab es bis 1894 in Riesenbeck drei Petroleumlampen, die 1895 um
zwei weitere ergänzt wurden. Bis auf die Lampe am Kirchplatz sind
die Standorte der anderen Lampen noch nicht bekannt. Diese Lampen wurden
jeden Abend von Maria Veltmann, die mit Leiter und Anzünder ausgerüstet
war, angezündet. Ein von Klaus Werner Kahl mitgebrachtes altes Foto
zeigt den Briefträger Josef Knoop vor dem Spritzenhaus. Auf dem Foto
sind bereits zwei Strommasten und die entsprechenden "Pingelpötte"
am Feuerwehrhaus zu sehen. Leider konnte dabei das genaue Alter des Bildes
nicht bestimmt werden. Nachgewiesen ist, dass die Kirche, das Krankenhaus
und die Schule 1910 mit Gleichstrom von Neuhaus` Mühle versorgt wurden,
Zudem stellte die Kirchengemeinde 1911 einen Antrag auf einen Anschluss
an das Überlandnetz mit Wechselstrom. Auf großes Interesse stießen
zirka 100 Jahre alte Dokumente, die von Ludwig und Else Oelgeklaus zur
Verfügung gestellt wurden. Der Großvater, Bernhard Mauritz,
wohnhaft an der Emsdettener Straße 22, stellte einen Antrag auf Anmeldung
für die Entnahme von elektrischer Energie am 27. Februar 1912 an die
Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungsgesellschaft Osnabrück,
Schweger Moor Zentrale. Am 19. September 1912 erhält er eine Kostenaufstellung
Nr. 1840 über eine elektrische Licht-Installation von sechs Brennstellen
(Lampen) einen Verteiler und eine Zählertafel über 79 Mark von
der Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungsgesellschaft. Die Antragsbestätigung
kommt am 8. Oktober 1912 von der Nike, die im gleichen Jahr in Osnabrück
gegründet wurde. Warum der Wechsel von der Schweger Moor Zentrale
zur Nike vollzogen wurde, blieb noch unbeantwortet, ebenso wie die Frage
nach dem genauen Datum des Ausbaus des Ortsstromnetzes und der Anlage der
Straßenbeleuchtung.
Auf großes Interesse stieß die Frage, wann es Strom in
Riesenbeck gab. Beim Küernaomeddag des Heimatvereins wurden dazu mehrere
Dokumente vorgestellt. Foto: Ulrike Henkel