Strom für Riesenbeck


Küernaomeddag am 19. Februar 2006

  Teil 1

Dazu war in der örtlichen Presse folgendes zu lesen:

Als Maria Veltmann noch Lampen anzündete
Küernaomeddag: Die Anfänge des elektrischen Stroms in Riesenbeck

-uh- Riesenbeck. Seit wann gibt es Strom in Riesenbeck? Diese Frage stieß auf großes Interesse beim Küernaomeddag des Heimatvereins auf Lammers Hof in Riesenbeck. Dr. Klaus-Werner Kahl begrüßte zahlreiche Heimatfreunde. Der exakte Zeitpunkt des Stromanschlusses bei Privathäusern, Firmen und öffentlichen Gebäuden konnte während der Veranstaltung nicht oder nur teilweise herausgefunden werden. Aber es konnten einige wichtige Daten anhand alter Dokumente und Bilder geklärt werden.
So gab es bis 1894 in Riesenbeck drei Petroleumlampen, die 1895 um zwei weitere ergänzt wurden. Bis auf die Lampe am Kirchplatz sind die Standorte der anderen Lampen noch nicht bekannt. Diese Lampen wurden jeden Abend von Maria Veltmann, die mit Leiter und Anzünder ausgerüstet war, angezündet. Ein von Klaus Werner Kahl mitgebrachtes altes Foto zeigt den Briefträger Josef Knoop vor dem Spritzenhaus. Auf dem Foto sind bereits zwei Strommasten und die entsprechenden "Pingelpötte" am Feuerwehrhaus zu sehen. Leider konnte dabei das genaue Alter des Bildes nicht bestimmt werden. Nachgewiesen ist, dass die Kirche, das Krankenhaus und die Schule 1910 mit Gleichstrom von Neuhaus` Mühle versorgt wurden, Zudem stellte die Kirchengemeinde 1911 einen Antrag auf einen Anschluss an das Überlandnetz mit Wechselstrom. Auf großes Interesse stießen zirka 100 Jahre alte Dokumente, die von Ludwig und Else Oelgeklaus zur Verfügung gestellt wurden. Der Großvater, Bernhard Mauritz, wohnhaft an der Emsdettener Straße 22, stellte einen Antrag auf Anmeldung für die Entnahme von elektrischer Energie am 27. Februar 1912 an die Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungsgesellschaft Osnabrück, Schweger Moor Zentrale. Am 19. September 1912 erhält er eine Kostenaufstellung Nr. 1840 über eine elektrische Licht-Installation von sechs Brennstellen (Lampen) einen Verteiler und eine Zählertafel über 79 Mark von der Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungsgesellschaft. Die Antragsbestätigung kommt am 8. Oktober 1912 von der Nike, die im gleichen Jahr in Osnabrück gegründet wurde. Warum der Wechsel von der Schweger Moor Zentrale zur Nike vollzogen wurde, blieb noch unbeantwortet, ebenso wie die Frage nach dem genauen Datum des Ausbaus des Ortsstromnetzes und der Anlage der Straßenbeleuchtung.


Auf großes Interesse stieß die Frage, wann es Strom in Riesenbeck gab. Beim Küernaomeddag des Heimatvereins wurden dazu mehrere Dokumente vorgestellt.  Foto: Ulrike Henkel

 
 
Text und Bild: Klaus-Werner Kahl

  
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