Bei der Restaurierung der Kreuzwegstation am Chorraum der Katholischen Kirche in Riesenbeck machte Martin Paetzke eine sensationelle Entdeckung. Drei große Sandsteinplatten vor der Kreuzwegstation sollten aufgenommen und höher gelegt werden. Bei dem Aufnehmen der Sandsteinplatten schaute er unter eine Platte und traute seinen Augen nicht. Die Unterseite der Sandsteinplatte zeigte eine einwandfrei erhaltene Grabplatte.
| Die Grabplatte wurde in die Werkstatt transportiert und schonend gereinigt.
Bei der Reinigung wurde schon deutlich, dass es sich um eine einmalige
westfälische Bildhauerarbeit aus der Renaissance handelt. Die Grabplatte
besteht aus Baumberger Sandstein, der in der Gegend von Havixbeck gewonnen
wird.
Bei der Darstellung auf der Grabplatte handelt es sich um die ade lige Dame "Agnes von Assewin", Gattin des "Langen von Monster zu Surenburg". Die Grabplatte entstand in dem Sterbejahr der Agnes von Assewin im Jahre 1644. Die halbplastische Frauendarstellung der Agnes von Assewin ist in einen Architekturrahmen aus Säulen mit Basen und Kapitellen gesetzt. Der Kopf wird von einem angedeuteten Torbogen mit den typischen Renaissance-Schmuckelementen umrahmt. Über dem Kopf zwei Schriftbänder mit den Namen Assewin und Wachtendonck. |
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Der ausdrucksstarke Kopf mit der auffälligen Haartracht und dem reich verzierten Kronenkäppchen. ruhen in einer präzise ausgearbeiteten Muschel. Bei der Darstellung des Gesichtes kann es sich um ein Portrait handeln, da das Gesicht sehr charakteristische Züge aufweist. Die schlichten Säulen werden von acht aufwendigen Wappen verziert. Die Helmzier über den Wappen ist sehr anspruchsvoll ausgearbeitet. Bei den Wappen, die noch identifizierbar sind, handelt es sich um die Wappen adeliger Familien. Im oberen Bereich die Wappen von Assewin und Wachtendonck, die linke Säule wird von unten nach oben von den Wappen "Wihe van Echtelt" und zwei nicht mehr eindeutig lesbaren Wappen verziert. Die rechte Säule trägt die Wappen der Familien "Haess", .,Schenek von Nideck" und dem Wappen von "Merode". |
Der Kopf der Verstorbenen mit auffälliger Haartracht, einem gestickten Kronenkäppchen eingebettet in eine Muschel und umrahmt von ging und heute nicht mehr ablesbar reicher Renaissance-Ornamentik. Besondere Beachtung sei auf das Obergewand mit der Randstickerei gelenkt. |
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Die untere Schriftkartusche ist mit lateinischem und altdeutschem Text beschriftet. Die altdeutsche Schrift lautet sinngemäß: NU KUMET INS RECHT VATTER LANDT
Der lateinische Schrifttext müsste noch übersetzt werden. |
Schriftkartusche mit lateinischem und altdeutschem Schrifttext. |
| Rechts der Schriftkartusche hält ein Genius die Sanduhr als Symbol für die Zeit und Vergänglichkeit auf dieser Erde. Links der Kartusche hält ein Genius den Totenschädel als Symbol für die irdische Vergänglichkeit und den Tod. |
Symbolische Darstellung der irdischen Vergänglichkeit mit dem Totenschäden und dem Genius, der sich auf den volutenförmig verzierten Rahmen der Schriftkartusche stützt. |