Gut besucht war der plattdeutsche Küernaomeddag des Heimatvereins Riesenbeck im Kaminzimmer auf Lammes Hof. An diesem Tag ging es um St. Kalixtus, der Kirche mit der ältesten und bewegtesten Geschichte im Gebiet der Stadt Hörstel.

Eine erste Mitteilung über die Pfarre Riesenbeck (Risenbeke) gibt es bereits aus dem Jahr 1188. Zwischen dieser Zeit und heute hat sich vieles in Zusammenhang mit der Kirche ereignet: Brand, Abbruch, Neubau, Turmerhöhung und Umgestaltungen im Inneren der Kirche. Die Einweihung der heutigen Kirche erfolgte am 26. November 1809, also vor knapp 200 Jahren. Nach einem kurzen Rückblick auf diese Ereignisse kam das Gespräch auf die neuere Geschichte der Kirche. Anhand von Fotos sowie der Erinnerung der Teilnehmer wurde so manches Ereignis, insbesondere der vergangenen sechzig Jahre, wieder lebendig.
Bildlich noch gut vor Augen stand der Anblick der Kirche nach dem Bombenangriff am 21. Februar 1945. Als sich der Staub langsam legte und das Gebäude wieder zum Vorschein kam, fehlten sämtliche Fenster. Obwohl die Kirche selber keinen Treffer aufwies, hatte die Wucht der Detonationen ihre zerstörerische Wirkung getan. Später bekamen die neuen Fenster dann eine vergleichsweise einfache Verglasung.
Der Kirchturm, der 1850/51 erhöht worden war, besaß drei kleinere Glocken, die nicht durch Hin- und Herschwingen geläutet werden konnten. Sie galt es von Hand zu „Beiern“. Dazu schlug man den Klöppel gegen die Glocke. Dagegen lagerten die größeren Glocken in einem Joch und ließen sich so am Glockenstrang in eine schwingende Bewegung versetzen. Der lose aufgehängte Klöppel schlug dann gegen die Glocke. Etwa fünf Minuten vor dem Beginn der Heiligen Messen ertönte früher die „Pängelglocke“. Ihr Läuten forderte die Kirchbesucher damals zur Pünktlichkeit auf. Noch heute befindet sich die Pängelglocke in einem Dachreiter über dem Chor der Kirche. Allerdings wird das Glöckchen heute während der Wandlung angeschlagen.
Auch an das „Püüstertriäten“ erinnerten sich einige Gäste des Küernaomeddags. Um der Orgel die nötige Luftmenge zur Verfügung zu stellen, galt es, einen großen Blasebalg auf der Orgelbühne zu betätigen – eine typische Aufgabe für ältere Jungen. Mit dem Spruch „Eenmaol up un eenmaol daal, dat is de Wind för’t Credo aal!“ prägte man sich beispielsweise beim Lied für das Glaubensbekenntnis ein, wie oft der Blasebalg getreten werden musste. Immerhin erwies sich der „Püüster“ noch mehrmals als Retter in der Not, wenn das im Laufe der Zeit eingebaute elektrische Gebläse der alten Orgel plötzlich seinen Dienst versagte.
Neben vielen Begebenheiten kamen auch das je dreimalige Böllern vor, sowie während der Fronleichnams- und Hagelprozession zur Sprache. Erinnert wurde auch an die Kirchenschweizer, die mit großer Autorität dafür sorgten, dass sich die Kirchenbesucher ordentlich benahmen, in den Bänken eng genug zusammenrückten und sie während er Messfeier nicht einschliefen.
Breiten Raum nahmen auch die verschiedenen Umbau- und Renovierungsarbeiten ein. Ein größerer Umbau der Kirche erfolgte 1968, als die heutigen Eingangstüren rechts und links vom Turm eingesetzt und die heutige Sakristei gebaut wurden. Nach kurzen Diskussionen über die nun anstehende Umgestaltung des Kirchinneren gab es den Aufruf, am 10. Mai beim Ausräumen der Kirche Hand anzulegen.
Beim nächsten Küernaomeddag am 28. September dreht sich auf Wunsch der Teilnehmer alles um das Thema „Kiärmste in’t Duorp!“