Plattdeutscher Küernaomeddag

über Agnes von Assewin

am 28. September 2008

  

Einem außergewöhnlich glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass vor gut einem Jahr die Grabplatte der Agnes von Assewin aus dem Jahre 1644 von Martin Paetzke bei Restaurierungsarbeiten an der ersten Kreuzwegstation gefunden wurde. Agnes von Assewin aus dem holländischen Gramsbergen, das nördlich von Almelo liegt, war die Frau des Langen von Monster zur Surenburg. Die sensationell gut erhaltene meisterhafte Steinmetzarbeit des Bildhauers Heinrich Meyering aus Rodde, der seinerzeit eine Werkstatt in Rheine betrieb, stand ebenso im Mittelpunkt des plattdeutschen Küernaomeddags des Heimatvereins Riesenbeck wie die zufällig entdeckte Grabrede zur Beerdigung der Adligen. In Zusammenarbeit der Heimatvereinsmitglieder Elisabeth Müller, Josef Keller und Werner Paetzke ließen sich die Symbole und Wappen der Grabplatte eindeutig zuordnen. Die acht Wappen verweisen auf die Eltern und Vorfahren der Agnes von Gramsbergen. Anhand der 71 Seiten umfassenden Grabrede unter dem Titel „Christlich und gottseliger Matronen Thugend und Ehrenspiegel“ konnten viele Namen der Vorfahren und Familienmitglieder zugeordnet werden.

 Das Titelblatt der Grabrede

 Josef Keller zitierte aus der Grabrede einige Passagen der Einführung und räumte dem umfangreich dokumentierten Lebenslauf breiteren Raum ein. Immer wieder stellten die zahlreichen und sehr interessierten Teilnehmer ihre Fragen, die von Elisabeth Müller und Josef Keller fachkundig beantwortet werden konnten. Insbesondere gelang es stets, die Ereignisse in die damalige Zeit des ausgehenden Dreißigjährigen Krieges einzureihen und entsprechend zu bewerten. So rief es manches Staunen hervor, das eine calvinistische Adlige von dem gleichgesinnten Pastors zu Lotte, Wilhelm Schnetlage, in der Zeit der Glaubenskriege in der katholischen Pfarrkirche zu Riesenbeck ihre letzte Ruhestätte finden konnte! Natürlich kam das Gespräch auch auf den weiteren Verbleib der Grabplatte. Alle Teilnehmer waren sich mit Dr. Klaus-Werner Kahl, der den plattdeutschen Küernaomeddag vorbreitet hatte und leitete, darin einig, dass die historisch und künstlerisch außergewöhnlich wertvolle Grabplatte auf jeden Fall wieder einen Platz in der St. Kalixtus-Kirche haben muss. Angemessen wäre dies auch für die sinnbildliche Darstellung von Glaubensunterschieden, Toleranz und Achtung untereinander. Vorgeschlagen wurde z.B., die Grabplatte im Boden mit einer schützenden begehbaren Glasplatte darüber zu verlegen. Um dem Nachdruck zu verleihen, sollen die Verantwortlichen dazu angesprochen werden.

      

                Josef Keller trägt aus der Grabrede vor                                                Die Teilnehmer waren von dem Inhalt der Rede beeindruckt

Spannend zu hören, was im Jahre 1644 geschehen ist

Mehr zu der Grabplatte ist hier zu finden.

                        Text und Bilder: Klaus-Werner Kahl

 

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